„Der Sekretärinnenjob ist überraschend unglamourös“, sagt sie. Mit ihren 28 Jahren ist ihr Titel so selbstverständlich wie ihre schlanke Figur und ihr perfektes Auftreten, dass er kaum weiterer Erklärung bedarf. Doch sie gibt bereitwillig zu, dass „unwürdig“ hier nicht nur ein anderes Wort für Zurückhaltung ist, sondern lediglich ein dünner Schleier, hinter dem sich ihre Sehnsucht nach Aufregung verbirgt. „Ich will Aufregung.“ Ihr Verlangen zu verbergen, steigert es nicht; es in einem so sachlichen Tonfall auszusprechen, hebt seine Konturen nur hervor. „Ich mag das Aussehen älterer Männer“, fügt sie hinzu. Diese Aufzählung ihrer Vorlieben und Abneigungen verkommt nicht zu einer Liste von Eigenschaften, sondern reduziert sich auf eine einzige Haltung – Präsenz. Die Schlichtheit ihrer Arbeit bestätigt die alltägliche Situation, in der sie oft diejenige ist, die jemandem „gibt“, und deutet gleichzeitig den Wunsch an, diese Situation umzukehren – mit dem einfachen Satz: „Ich möchte ab und zu mal richtig gefordert werden.“ Wichtig ist hier nicht die Einfachheit des Vokabulars, sondern vielmehr die Tatsache, dass die Umkehrung der Situation für sie nicht inszeniert ist, sondern als Wiederherstellung des Gleichgewichts dient. Von Anfang an verliert sie die Kontrolle, und ohne übertriebene Metaphern wird dies nur an ihrer unregelmäßigen Atmung und ihrem abgewandten Blick deutlich. Der klischeehafte Ausdruck, eine schöne Frau werde „herumgeworfen“, wird hier als die einzige Ausdrucksweise anerkannt, die ihr Körper gewählt hat, um sein eigenes Gleichgewicht zu stören. Was sie begehrt – ohne Umschweife – ist ein Penis, und dessen Ankunft wird nüchtern als der Moment festgehalten, in dem ihr Verlangen nicht endet, sondern einen Stillstand erreicht. Der Slangausdruck „iki-yuru“ (kommen) ist kein Punkt, sondern lediglich ein temporäres Satzzeichen, um den Raum zu erweitern. Ihre Kompetenz als Sekretärin spiegelt sich darin auf seltsame Weise wider. Die Präzision, mit der sie alles geordnet hält, gibt sie hier bewusst auf, und die Unordnung selbst wird in eine einzige Ordnung umgestülpt. „Sekretärinnenarbeit ist schlicht“, sagt sie. Doch diese Schlichtheit, wie ein stilles Licht im Bildwinkel, hebt den Überfluss hervor. Der Überfluss überfällt sie nicht; sie lädt ihn ein. Diese Geste der Einladung ist zugleich die eleganteste und die barbarischste.